Der Karuizawa Aktionsplan

Noch mehr zum G20? Kein Problem. Kauen wir einmal den Aktionsplan des Energie- und Umweltministertreffens durch.

Ein offizielles Dokument aus politischer Hand, also ein Plan, Vertrag oder eine Resolution wie der Aktionsplan besteht normalerweise aus mindestens Zwei Teilen.

Als Erstes kommt eine Präambel. Eine Präambel ist ein eher feierlich formulierter Einleitungstext, in der Absichten erklärt werden, in der Anerkennung für bestimmte Punkte, Personen, Programme etc. gegeben werden und man unverbindlich angibt, auf was genau man eigentlich mit dem Text eingeht. Dazu gehören auch präambulare Sätze, die oft erstaunlich wichtig sind, da konkrete Punkte und Absprachen nur im Bezug zu diesen formuliert werden.

Was ist in der Präambel des Aktionsplans?
– Die G20 erkennen ihre wichtige Rolle in Innvoation, Förderung und Verbreitung von Erneuerbaren Energien und nachhaltiger Entwicklung an.
– Zusammenarbeit zwischen regionalen und internationalen Organisationen, sowie Firmen und Forschungseinrichtungen sollen gefördert werden. Die G20 wollen besonders den privaten Sektor (Wirtschaft) darin unterstützen seinen Teil beizutragen.
– die G20 laden regionale und Internationale Organisationen ein die Handlungen der G20 zu untersuchen und ihr Wissen wiederum mit den G20 zu teilen, sodass diese ihre Teilhabe und Förderung verbessern können.

Der Zweite Teil einer solchen Resolution, oder Plan, listet meistens die konkreten Punkte und Programme auf, die von allen anerkannt, unterstützt oder umgesetzt werden sollen. Dieser Zweite Teil steht im direkten Bezug zu den präambularen Sätzen.

Was ist dren an konkreten Plänen?
– Die G20 betonen die freiwillige Basis der Mitglieder die Punkte um zu setzen.
– Die G20 wollen die Forschung und Entwicklung, sowie den Austausch von Wissen im Bezug zu allen Zukunftstechnologien fördern und ausbauen.
– Netzwerke und internationale Gremien die dem Austausch von Wissen und Innovation dienen sollen gefördert und ausgebaut werden.
– Die G20 erkennen die Notwendigkeit für Innvovation im Digitalen Bereich um die großen Datenmengen die aus der Forschung resultieren zu bewältigen und nutzbar zu machen.
– Die Notwendigkeit einer flexiblen Kooperation von privaten und öffentlichen Investoren wird anerkannt. Außerdem sollen die Geschäftsbedingungen in Bereichen wie z.b. Wasserversorgung und Zugang zu sauberen Strom gefördert werden.

Was ist sonst noch interessant?
Der obige Part war lediglich der erste Teil des Karuizawa Action Plans. Die Minister haben eine zweite, kleine Präambel aufgesetzt und weitere Punkte explizit zu Energiethemen aufgelistet. Sie betonen, dass die Liste keineswegs vollständig ist. Interessante Punkte sind:
Erneuerbare Energien
– Die Minister betonen Ihren Austausch von ‚best practices‘, also besten Praktiken, welche bei dem einen oder anderen Mitglied zu Erfolg geführt haben. Keine ‚Best Practices‘ werden direkt genannt.
– Mehrere Organisationen werden als Kooperationspartner genannt. Die G20 wollen die Foren die hier geboten werden aktiv zum Austausch von Wissen nutzen.
Hydrogen (Wasserstoff) und Synthetische Kraftstoffe
– Die G20 unterstützen eine Beschleunigung Ihrer Arbeit mit diesen Stoffen. Interessant hier ist, dass mehrere Organisationen, darunter die IEA (International Energy Agency) aufgefordert werden mögliche Nutzungen für Wasserstoff-Energieträger und Speichertechnologien zu entwickeln.

Weitere Punkte Beziehen sich hauptsächlich auf den Austausch von ‚Best Practices‘ sowie der Kollobaration mit verschiedenen, wirtschaftlich orientierten Organisationen. Gerade letztere werden häufiger Erwähnt. Der Karuizawa Action Plan enthält keine konkreten Programme die von den Mitgliedern selbst, geschweige denn verbindlich, umgesetzt werden sollen.

Zusammenfassend könnte man also zu diesem Plan und dem Ministerialen Treffen im Vorfeld des G20 sagen: Ja, den G20 sind die akuten Energie- und Umweltprobleme bekannt. Ja, man will sich austauschen, die besten Technologien nutzen. Dazu wird besonders mit Organisationen aus Bereichen wie Umwelt und Erneuerbare Energien kooperiert. Nein, nichts ist verbindlich, alles soll schön freiwillig sein und von den Ministern wird kein verbindlicher Weg eingefordert.

Übrigens, hier findet ihr die Texte die diese Organisationen für das Treffen erstellt haben.

Ob sich da beim eigentlichen Gipfeltreffen am 28. und 29. in Osaka noch was tut?

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